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Düsseldorfer Kreis legt Voraussetzungen für Smart TV fest

Hintergrund

Bei den sogenannten Smart TV Geräten handelt es sich um Fernsehgeräte, die mit Zusatzschnittstellen, wie zum Beispiel W-LAN ausgestattet sind. Dadurch wird dem Nutzer zumeist über Apps, ähnlich wie dies aus dem Smartphone-Bereich bekannt ist, ermöglicht, eine Verbindung zum Internet aufzubauen. So lassen sich insbesondere mittels Online-Videotheken on-demand die gewünschte Sendungen abrufen.

Neben diesen von Nutzern offenbar nachgefragten Anwendungsmöglichkeiten entsteht durch die Internetverbindung gleichzeitig auch ein Rückkanal vom Zuschauer zum Fernsehsender, zum Endgerätehersteller oder zu sonstigen Dritten. Dadurch lässt sich das individuelle Nutzungsverhalten erfassen und auswerten, was in der Regel dem Nutzer insbesondere dann missfallen dürfte, wenn er davon keine Kenntnis hat.

Eben diese Möglichkeit soll eingeschränkt werden. Der Düsseldorfer Kreis, ein Gremium der obersten Aufsichtsbehörden im nicht-öffentlichen Bereich, der die Ergebnisse seiner Zusammentreffen in Beschlüssen bekannt macht, hat sich nun zu der Frage geäußert, welche Anforderungen hinsichtlich des Datenschutzes beim Smart TV zu beachten sind. Diese wurden im Beschluss vom 26.02.2014 nun unter dem Titel „Smartes Fernsehen nur mit smartem Datenschutz“ (PDF hier abrufbar) veröffentlicht.

Voraussetzungen des Düsseldorfer Kreises

Eine Profilbildung über das individuelle Fernsehverhalten ist grundsätzlich unzulässig. Daher muss zunächst sicher gestellt werden, dass die anonyme Nutzung von Fernsehangeboten möglich ist.

Des Weiteren unterliegen Webdienste dem Anwendungsbereich des Telemediengesetzes (TMG). Dies gilt entsprechend für die Nutzung von Smart-TV. Endgeräthersteller, Sender sowie alle sonstigen Anbieter von Telemedien müssen dementsprechend die datenschutzrechlichen Anforderungen des TMG beachten. Namentlich umfasst dies vor allem die §§ 13, 15 TMG. Liegt keine Einwilligung des Betroffenen vor, darf die Erhebung und Verwendung von personenbezogenen Daten nur in den engen Grenzen des § 15 TMG erfolgen.

Auch soll nach Auffassung des Düsseldorfer Kreises das Prinzip „privacy by default“ beachtet werden. Demnach sollen die Werkseinstellungen der Geräte so gestaltet werden, dass eine anonyme Nutzung des Fernsehens möglich ist. Eine wechselseitige Kommunikation dürfe erst nach einer umfassenden Information durch die Nutzer selbst initiiert werden.

Schließlich sollen nach Auffassung der obersten Aufsichtsbehörden die Geräte über sicherheitstechnische Mechanismen verfügen, damit die Geräte beim Datenverkehr vor dem Zugriff unbefugter Dritter geschützt sind.

Fazit

Nur wenn diese vier Anforderungen kumulativ erfüllt werden, steht nach Auffassung des Düsseldorfer Kreises der Nutzung von Smart-TV aus datenschutzrechtlicher Sicht nichts entgegen. Inwieweit die Hersteller von Smart-TV diesen Anforderungen nachkommen werden, bleibt abzuwarten.